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Unsere Köche hautnah: Lukas Kienbauer im Interview

Haubenköche im Porträt.

Bescheidenheit und Selbstbewusstsein müssen keine Gegensätze sein. Manchmal ergänzen sie einander zu einem sympathischen Ganzen. Lukas Kienbauer weiß, was er kann, und verzichtet in seinem kleinen Restaurant konsequent auf eine Speisekarte. Auf die freuen wir uns diesmal ganz besonders, wenn Kienbauer nach den Corona-Maßnahmen wieder aufsperren darf. Wie er uns im Interview verrät, nutzt er die Quarantäne dafür, an neuen Ideen zu feilen.


*Wie verbringen Sie am liebsten Ihre Quarantänezeit?

Lesen, Kochen, über neue Ideen nachdenken.


 

*Was ist Ihr Geheimtipp gegen einen Lagerkoller?

Ich versuche eine Art „Arbeitstag“ zu machen. Verschiedene Sachen in der Küche ausprobieren, neue Rezepte entwickeln, lesen und mich weiterbilden, mein Büro auf Vordermann bringen, Sport, Kochen, um nicht nur auf der Couch zu liegen. So vergeht die Zeit schneller und man hat den Tag genutzt.


 

*Welches Produkt darf in Ihrem Einkaufskorb derzeit nicht fehlen?

Obst und Gemüse.


 

*Wie halten Sie sich fit?

Jeden zweiten Tag ein Home-Workout!

Abwechslungsreich und möglichst gesund kochen.


 

*Gibt es ein Gericht, dass Sie bei besten Willen nicht essen können?

Alles von Mc Donald`s, geht für mich gar nicht.


 

*Weißer Rettich, Kakao und Bergamotte? Was bereiten Sie daraus zu?

Zander | Rettich | Kakao | Bergamotte | Brunnenkresse

 

Den Rettich würde ich mit der Mandoline in lange Bahnen schneiden, um daraus ein Röllchen zu formen. Das Röllchen mit einem Salat aus fein geschnittenem Rettich (mariniert mit etwas Creme fraiche, Kakaoöl, Salz und Cayenne) füllen. Das würde ich auf ein schönes Stück gebratenen Zanderfilet setzen. Als Sauce eine Bergamotte Beurre Blanc. On Top etwas frische Brunnenkresse.


 

*Mit wem würden Sie die Quarantäne absolut nicht verbringen wollen? Und mit wem unbedingt?

Mit Nörglern und ewigen Pessimisten. Mit meiner Freundin und meiner Familie.


 

*Was war Ihr größter Küchen-Fauxpas?

Das war in meinem ersten Küchenpraktikum. Ich habe das heiße Fett aus der Fritteuse ausgelassen, um sie zu reinigen. Hab allerdings vergessen, sie abzusperren. Beim Putzen kam dann Wasser ins heiße Fett und alles kochte über, innerhalb von 2 Minuten stand die ganze Küche unter Fett.

Solange habe ich noch nie einen Boden geschrubbt. 


 

*Wenn Sie die Einladung zu Kitchen Impossible bekommen würden, welche Gemeinheit würden Sie Tim Mälzer antun?

Ich würde ihn einmal ins Restaurant Obauer zu meinen ehemaligen Chefs schicken und ihn das Lammcurry nachkochen lassen. Inklusive Lamm zerlegen. Als zweite Station in eine Konditorei. Den berühmten Zauner Stollen in Bad Ischl.


 

*Ihre Lieblingskonserve:
Dosentomaten


Foto: (c) Lohberger