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Unsere Köche hautnah: Martin Obermarzoner im Interview

Nach einigen Stationen in Südtirol wechselte er 2002 in das elterliche Restaurant Jasmin und kochte sich dort zum Erfolg. Mittlerweile zählt Martin Obermarzoner zu den besten Köchen Südtirols. Auch ihm fällt es schwer, gerade nicht in der Küche stehen und Gäste bewirten zu können. Womit sich der Haubenkoch derzeit am liebsten beschäftigt und warum man Lasagne und gekochte Eier bei ihm lieber nicht in einem Satz erwähnen sollte, erzählt er uns im Interview.

 

*Wie verbringen Sie am liebsten Ihre Quarantänezeit?

Tja, mal viel schlafen. Ausschlafen vor allem. Und gemütlich eine schöne Flasche Wein trinken. Da sind wir ja eindeutig mit unserem Keller im Vorteil. Ich lese sehr viel online und informiere mich. Ansonsten schauen wir gemeinsam zur Zeit gerne Magnum P.I.. Bilder aus Hawaii und seichte Unterhaltung sind gerade sehr willkommen. Und natürlich aufräumen. Dann spielen wir noch Monopoli und Trivial Pursuit. Weiters bin ich ein Sammler von limitierten Editionen von Lego. Das stelle ich dann zusammen. Andere Männer haben eine Modelleisenbahn, ich halt eben LEGO!

 

*Was ist Ihr Geheimtipp gegen einen Lagerkoller?

Eine gute Flasche Wein trinken. Das stiftet Frieden.

 

*Welches Produkt darf in Ihrem Einkaufskorb derzeit nicht fehlen?

Joghurt.

 

*Wie halten Sie sich fit?

Ich habe immer großen Druck in der Küche. Ich relaxe und das kann ich bestens. Nicht jeder kann faulenzen und abschalten. Aber ich kann es und schaffe auch nur deshalb mein Pensum. Noch bin ich jung und fit und kann es mir leisten. Aber sportlich betätige ich mich zu Zeit nicht. Leider.

 

*Gibt es ein Gericht, dass Sie bei besten Willen nicht essen können?

Wenn meine Mutter Karotten mit Sahnesauce macht. Das mag ich nicht. Oder Lasagne mit gekochten Eiern drin. Unser japanischer Mitarbeiter hat das mit den Eiern in Neapel aufgeschnappt. Ich freute mich riesig auf die Lasagne. Als ich die Eier sah, wollte ich fast vom Balkon springen. Ich freute mich auf eine leckere Lasagne und hasse gekochte Eier.

 

*Weißer Rettich, Kakao und Bergamotte? Was bereiten Sie daraus zu?

Rettichravioli mit Räucherlachs gefüllt und in Kakaobutter gebraten. Dazu Bergamotteninfusion.

 

*Mit wem würden Sie die Quarantäne absolut nicht verbringen wollen? Und mit wem unbedingt?

Ehrlich und political nicht korrekt? Norbert Niederkofler. Ich hätte eine Abneigung, wieder einem Monolog ausgesetzt zu sein. Ist ja einige Male so passiert. Im Krieg und in der Liebe darf man alles sagen und wir sind ja fast im Krieg zumindest gegen diesen Virus. Wir bemühen uns. Wir haben aber die Frage vergessen mit wem ich gern die Quarantäne verbringen würde. Es wäre dann Milla Jovovich. 

 

*Was war Ihr größter Küchen-Fauxpas?

Ich habe Jus gekocht und wollte den Jus weiter einreduzieren. Ich dachte, der Jus sei auf der kleinen Flamme. War der Topf nicht und fackelte vor 2 Monaten fast die Küche ab. So etwas belastet mich sehr. Ich möchte manchmal gern unfehlbar sein.

 

*Wenn Sie die Einladung zu Kitchen Impossible bekommen würden, welche Gemeinheit würden Sie Tim Mälzer antun?

Mich zu ersetzen, wenn das auch noch so kleine Lokal voll ist und 360 Grad alles selbst machen. Spinat zupfen bis zum Service.  Ich stehe am Pass und assistiere. Die größten Küchenchefs der Welt täten sich damit schwer. Denn die delegieren mehr und kontrollieren mehr. Juan Amador hat es so knallhart ehrlich ja in eine der ersten Sendungen gesagt, dass er gewisse Dinge gar nicht mehr kann einfach weil er aus der Übung ist. Das war fantastisch.

 

*Ihre Lieblingskonserve:

 Die selbst eingelegten Tomaten aus dem eigenen Garten.